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Warum du dich beugst: Emotionale Abhängigkeit erkennen

  • Eva
  • 20. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Dez. 2025

Ertappst du dich gerade wieder dabei, dich zu beugen?


Du weichst aus. Du wirst still. Du passt dich an. Du opferst dich auf, um das nächste Drama zu verhindern. Ein Drama, das nie von dir ausgeht ... aber immer auf dir landet.

Vielleicht hörst du dabei diesen leisen inneren Satz, den du niemals laut sagen würdest:

„Wenn ich nur still genug bin, bleibt es friedlich.“ Scham hält ihn zurück, aber er ist da. Und er lenkt dich.


Setz dich einen Moment. Geh innerlich einen Schritt raus. Schau dich an.

Ist das wirklich die Lösung? Wird es besser, wenn du dich immer weiter verkleinerst?

Tief in dir weißt du, dass die Antwort Nein ist.

Du reagierst nicht so, weil du „zu sensibel“ oder „schwach“ wärst. Du reagierst, wie Menschen reagieren, deren inneren Schemata und Modi jahrzehntelang überleben mussten.





Was in dir arbeitet ohne dass du es merkst

Das Schema Unterordnung sagt :„Halte den Frieden. Sei nicht unbequem.“

Das Schema Aufopferung sagt: „Kümmere dich erst um die anderen, dann um dich.“

Das Schema emotionale Vernachlässigung flüstert :„Rechne nicht damit, dass jemand für dich da ist.“

Der fordernde Elternteil treibt dich an: „Funktioniere. Halte durch. Sei stark.“

Der distanzierte Beschützer macht dich stumm: „Sag lieber nichts. Nähe ist gefährlich.“

Und der Selbstberuhiger sorgt dafür, dass du nicht fühlen musst, wie sehr dich das alles erschöpft: „Mach weiter. Ablenkung hilft. Gefühle später.“


Diese Stimmen sind alt. Sie sind vertraut. Und sie sind leise, fast unsichtbar. Genau deshalb wirken sie so stark.


Warum gerade DU in dieser Dynamik landest

Hier beginnt der Punkt, an dem du emotionale Abhängigkeit erkennen kannst: In einer gesunden Beziehung würden diese Muster dich nicht zerstören. Du würdest funktionieren, dich anpassen, stark sein, ohne unterzugehen.


Aber hier bist du in einer toxischen Passung gelandet: Einer starken Bindung, die deine Schemata ausnutzt wie ein Puzzleteil, das perfekt hineinpasst.

Und da gibt es diesen inneren Gedanken, den du niemals öffentlich zugeben würdest:„Wenn er nur anders wäre, wäre mein Leben einfacher.“

Doch genau diese Hoffnung hält dich fest.

Denn jede deiner Strategien (Rückzug, Anpassung, Funktionieren) macht dich abhängiger von jemandem, der dich emotional aussaugt.


Du bist nicht mehr du selbst. Du verbiegst dich, um Konflikte zu vermeiden. Du erschöpfst dich, um Emotionen zu kontrollieren: seine und deine.

Und das Tragische ist: Du weißt, wie vertraut sich das anfühlt. Und wie gefährlich es ist.


Die unbequeme Wahrheit und deine Chance

Du kannst ihn nicht verändern. Du kannst das Drama nicht wegtherapieren, wegdiskutieren oder wegfunktionieren.

Aber du kannst dich verändern. Und das ist der einzige Schritt, der dich wirklich befreit.

Das bedeutet nicht Schuld. Es bedeutet Verantwortung für deine Muster, deine Entscheidungen, deine Grenzen.

Du bist niemandem etwas schuldig außer dir selbst. Du bist nur für deine eigenen Gefühle verantwortlich. Du bist NICHT für seine Gefühle verantwortlich! Nicht für seine Wut. Nicht für seine Dramen. Nicht für sein inneres Chaos.

Und deinen Frieden? Den findest du nicht in einer Beziehung, die deine Schemata füttert und deine Kraft frisst.

Du findest ihn in der Entscheidung, dich wieder auf deine Seite zu stellen. Das ist der Anfang.


Ich bin Psychologin und spezialisiert auf Angehörige von psychisch Erkrankten Menschen. Das sind Personen die selber oft (noch) keine psychische Diagnose tragen aber oft unglaublich belastet sind.



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