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Wie lerne ich, meine eigenen Bedürfnisse zu erkennen?

  • Eva
  • vor 5 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Dein „Ich brauche nichts“ ist eine Lüge...

Wir Frauen sind oft wahre Meisterinnen darin, den Raum zu lesen. Wir spüren das leise Beben in der Stimme des Partners, das kleine Tief der Kollegin oder das ungesagte Bedürfnis unserer Kinder. Wir weben ein Netz aus Fürsorge und halten alles zusammen.


Nur: Wann hast du dich das letzte Mal selbst gefragt, wie es dir geht ...und bist für die Antwort auch geblieben?


Viele von uns haben gelernt, dass unsere Bedürfnisse „zu viel“ sind und erkennen sie gar nicht mehr. Dass wir pflegeleicht sein müssen, um geliebt zu werden. Doch diese vermeintliche Stärke ist irgendwie ein schleichender Selbstverlust.


Das Erbe der „braven Frau“

Wir tragen oft ein unsichtbares Korsett aus Erwartungen. Vielleicht erkennst du dich hier wieder:

Die Harmonie-Hüterin: Du schluckst deinen Ärger runter, damit die Stimmung am Abend nicht kippt.


Die Ja-Sagerin aus Angst: Du hast Angst, dass ein „Nein“ zu einer Bitte als ein „Nein“ zur ganzen Beziehung verstanden wird.


Der Stolz des Funktionierens: Du definierst deinen Wert darüber, wie reibungslos du den Alltag für andere gestaltest.


Aber: Wenn du dich immer nur anpasst, wirst du für andere zwar bequem, aber für dich selbst unsichtbar.


Zurück zum Fühlen

Dein Körper ist deine weiseste Freundin

Wenn dein Kopf noch sagt: „Das schaffe ich schon noch“, hat dein Körper längst aufgegeben. Lerne, auf die leisen Zeichen zu achten:


Die Enge in der Brust, wenn das Telefon klingelt.

Die flache Atmung, wenn du wieder eine Aufgabe annimmst, die du eigentlich nicht willst.


Impuls: Halte dreimal am Tag inne. Leg die Hand auf dein Herz und atme. Frag dich nicht „Was muss ich noch tun?“, sondern „Wie atme ich gerade?“


Übersetze deine „schwierigen“ Gefühle

Wir wurden oft dazu erzogen, Emotionen wie Wut oder Neid als „unweiblich“ oder hässlich abzutun. Dabei sind sie deine wichtigsten Ratgeber:


Wut ist die Wächterin deiner Würde. Sie zeigt dir, wo eine Grenze überschritten wurde.

Gereiztheit ist oft die letzte Warnstufe deiner Seele, bevor die Erschöpfung dich einholt.

Neid zeigt dir die Träume, die du in dir begraben hast.


Erlaubnis zur Unvollkommenheit

Es ist eine Illusion zu glauben, dass wir alle glücklich machen können, während wir uns selbst aufopfern.

Du darfst Menschen enttäuschen. Das ist vielleicht der schwierigste Satz, den du lernen musst. Ein „Nein“ zu den Erwartungen anderer ist ein kraftvolles, heilendes „Ja“ zu dir selbst.


Das Märchen vom Egoismus

Wir haben oft Angst, als egoistisch zu gelten. Doch:

Ein leerer Brunnen kann niemandem Wasser geben.

Dich um dich selbst zu kümmern, ist kein Akt der Selbstsucht. Es ist die Voraussetzung dafür, dass du überhaupt mit echter Freude (und nicht aus Pflichtgefühl) geben kannst.


Dein erster Schritt heute

Du musst dein Leben nicht von heute auf morgen umkrempeln. Fang klein an:

  • Sag einmal „Ich brauche kurz 10 Minuten für mich“, bevor du das Abendessen machst.

  • Trink deinen Kaffee heiß, statt ihn stehen zu lassen, weil jemand anderes etwas will.

  • Erlaube dir, ein Bedürfnis auszusprechen, ohne es sofort zu rechtfertigen.


Du bist nicht auf dieser Welt, um nur die Erwartungen anderer zu erfüllen. Du bist hier, um du selbst zu sein. Eine Frau mit all deinen Sehnsüchten, Grenzen und Wünschen.


Ich bin Psychologin und beschäftige mich mit dem weiblichen Funktionsmodus.



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