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Wo ist mein Leben geblieben... „Nur noch funktionieren“

  • Eva
  • 13. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 3. Feb.

Vielleicht kennst du diesen einen, fast schon gefährlichen Gedanken, der meistens nachts auftaucht:


„Ich mache alles richtig und trotzdem fühlt sich mein Leben komplett falsch an.“



Du stehst auf, du lieferst ab, du organisierst den Wahnsinn, du hältst den Laden zusammen. Nach außen bist du die Zuverlässigkeit in Person. Ein Fels in der Brandung.


Aber innerlich? Innerlich bist du so leer, dass es fast schon hallt.

Du bist nicht traurig.

Du bist nicht wütend.

Du bist einfach nur abwesend im eigenen Leben.


Das Problem: Wir feiern das „Funktionieren“ in unserer Gesellschaft als Tugend. In Wahrheit ist das Leben im Funktionsmodus kein Zeichen von Stärke, sondern ein langsamer emotionaler Selbstmord auf Raten.


Funktionieren ist kein Leben, eher sowas wie Überleben

Wer nur noch funktioniert, lebt nicht. Er verwaltet lediglich seine Existenz. Viele Menschen stecken jahrelang in diesem Modus fest, nicht weil sie es wollen, sondern weil sie verlernt haben, wie man die Maske abnimmt.


„Nur noch funktionieren“ bedeutet:

  • Gefühle wegschieben, um bloß handlungsfähig zu bleiben (denn Weinen steht nicht im Terminkalender).

  • Bedürfnisse vertagen auf ein „später“, das niemals kommt.

  • Weitermachen, obwohl dein Körper dir längst die rote Karte zeigt.

  • Innere Leere mit noch mehr Kontrolle, noch mehr Leistung oder noch mehr Ablenkung betäuben.

Kurzfristig rettet dir dieser Modus den Arsch. Langfristig kostet er dich alles, was das Leben lebenswert macht: Begeisterung, echte Verbindung und Lebendigkeit.


Warum Erschöpfung nicht dein wahres Problem ist

Du glaubst, du bist müde, weil du zu viel arbeitest? Das ist nur die halbe Wahrheit. Die eigentliche Erschöpfung entsteht nicht durch das, was du tust. Die Erschöpfung kommt durch das, was du ständig unterdrückst.

Jedes Mal, wenn du einen Zweifel wegdrückst, eine Angst nicht fühlen darfst oder dir das „Zusammenreißen“ verordnest, verbrauchst du massiv Energie.

Nicht die Last der Welt macht dich müde. Müde macht dich der innere Kampf gegen deine eigene Wahrheit.

„Ich kann mir das gerade nicht erlauben“

„Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt, um an mich zu denken. Nächstes Jahr wird es ruhiger.“... Hand aufs Herz: Das ist eine Lüge. Das Leben wird nicht plötzlich leichter. Die Welt wird nicht aufhören, Forderungen an dich zu stellen.


Es geht nicht darum, erst alle Probleme zu lösen, um dann endlich mit dem Leben zu beginnen. Es geht darum, trotz der Schwere, trotz der Angst und trotz der To-Do-Liste wieder die Richtung einzuschlagen, die sich nach dir anfühlt.


Wofür lebst du eigentlich gerade?

Hör auf zu fragen, was andere von dir erwarten. Hör auf zu prüfen, was du „solltest“ oder „müsstest“.


Frag dich stattdessen:

  1. Wer möchte ich in diesem Leben eigentlich sein, wenn ich nicht gerade die Erwartungen anderer erfülle?

  2. Was nährt mich innerlich, statt mich nur auszusaugen?


Werte sind kein Ziel, das man irgendwann erreicht (wie eine Beförderung oder das abbezahlte Haus). Werte sind ein Kompass. Du kannst dich jetzt sofort entscheiden, in eine andere Richtung zu gehen. Auch wenn du müde bist. Auch wenn du Angst hast.


Du musst nicht erst „geheilt“ sein, um endlich zu leben

Der größte Denkfehler ist: „Wenn ich erst mal weniger Stress habe / die Therapie fertig ist / die Kinder aus dem Haus sind… dann fange ich an zu leben.“


Leben kommt nicht nach der Heilung. Das Leben ist der Prozess der Heilung.

Es braucht keine Kündigung und keine Auswanderung nach Bali. Es beginnt mit den „unbequemen“ kleinen Schritten:

  • Einem ehrlichen „Nein“, das eine Grenze zieht.

  • Fünf Minuten Stille, in denen du die Leere aushältst, statt zum Handy zu greifen.

  • Einer Entscheidung für dich, die jemand anderen enttäuschen könnte.



Hör auf zu funktionieren. Fang an, dich wieder zu spüren, auch wenn es Schmerz ist. Denn der Schmerz der Lebendigkeit ist immer noch besser als die Taubheit des bloßen Funktionierens.


Ich bin Psychologin und feiere den lebendigen Non-Funktionsmodus. Wenn du das Gefühl hast, nur noch zu funktionieren und dein eigenes Leben kaum noch zu spüren, begleite ich dich dabei, wieder in Kontakt mit dir selbst zu kommen: Schritt für Schritt ein Leben zu gestalten, das sich stimmiger anfühlt.



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