top of page

Mut finden: Warum dein Funktionsmodus in Wahrheit dein sicherstes Gefängnis ist

  • Eva
  • 28. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Du bist stark.

Du bist verlässlich.

Du bist diejenige, die alles zusammenhält, während sie innerlich langsam ausbrennt.


Ja... und dein unermüdliches Funktionieren ist dein Versteck.


Wir müssen aufhören, „Komfortzone“ mit Faulenzen auf dem Sofa zu verwechseln. Für eine Frau wie dich ist das Sofa der gefährlichste Ort der Welt, denn dort müsstest du dich spüren. Deine Komfortzone ist der Stress. Deine Komfortzone ist das „Ja“, das du sagst, bevor du überhaupt gefragt wurdest.

Es ist Zeit, den Mut neu zu definieren: Weg vom Durchhalten, hin zum Ausbrechen aus dem Hamsterrad der Selbstverleugnung.


Der verdammte „Gute-Mädchen-Modus“

Du glaubst, du bist mutig, weil du so viel erträgst? In Wahrheit ist Ertragen oft die Abwesenheit von echtem Mut. Psychologisch gesehen ist dein „Funktionsmodus“ ein Überlebensprogramm deiner Psyche.

Du tust alles für andere, um nicht zu riskieren, abgelehnt zu werden. Du bleibst in Bewegung, damit die Stille dich nicht einholt. Denn in der Stille wartet die Frau, die das Leben eigentlich leben will. Diese Frau stellt Fragen, auf die du bisher keine Antwort hast. Um hier Mut zu finden, musst du erst einmal anerkennen, dass dein Fleiß eine Schutzstrategie ist.


Warum „Pause machen“ mutiger ist als „Weitermachen“

In unserer Gesellschaft gilt Erschöpfung fast als Statussymbol. Aber für eine Frau wie dich ist das Weitermachen der Weg des geringsten Widerstands. Warum? Weil es keine Überwindung kostet, das zu tun, was du schon immer getan hast.


Weitermachen: Erfordert Kraft, aber keine Überwindung. Es ist dein Standard-Programm.

Stoppen: Erfordert brutalen Mut. Es ist der Sprung ins Unbekannte.


Echten Mut finden bedeutet für dich nicht, noch mehr zu schaffen. Es bedeutet, die Angst auszuhalten, die entsteht, wenn du das erste Mal nichts tust und die Erwartungen anderer enttäuschst.


Die unsichtbaren Gitterstäbe beim Funktionsmodus

Du steckst in Mustern fest, die dich wie ein Korsett einschnüren:

Perfektionismus: Damit niemand einen Grund findet, dich zu kritisieren.

Harmoniesucht: Damit du dich niemals mit dem Schmerz anderer auseinandersetzen musst.

Überverantwortung: Damit du dich wichtig fühlst, während du dich selbst verlierst.


Diese Muster sind bequem, weil sie dir das Gefühl von Kontrolle geben. Aber sie ersticken die Seite in dir, die lebendig sein will. Die Seite, die lachen und einfach sein will, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.


Die Rebellion gegen die eigene Effizienz

Wie kannst du diesen neuen, stillen Mut lernen? Nicht durch ein weiteres Zeitmanagement-Seminar. Sondern durch die radikale Entscheidung, ineffizient zu werden.


Mut bedeutet für dich ab heute:

Den Konflikt riskieren: Ertrage den Anblick eines enttäuschten Gesichts, wenn du eine Grenze ziehst.

Die Leere aushalten: Setz dich hin. Ohne Handy. Ohne To-Do-Liste. Und schau, wer da zum Vorschein kommt.

Die Fassade zertrümmern: Zeig dich erschöpft. Das ist das Mutigste, was eine „starke“ Frau tun kann.


„Dauer-Alarm“

Deine Erschöpfung ist kein Mangel an Disziplin, es ist eher so etwas wie der Notaus-Schalter deines Körpers.


Wahrer Mut bedeutet hier: Regulation statt Disziplin. Es ist die Entscheidung, dem Körper zu signalisieren: „Du musst gerade niemanden retten.“ Das fühlt sich anfangs lebensgefährlich an, weil dein System „Weichheit“ mit „Angreifbarkeit“ gleichsetzt. Doch nur wer weich werden kann, kann auch wirklich Mut finden, um das eigene Leben zurückzuerobern.


Wach auf, bevor du nur noch eine Hülle bist

Du hast nur dieses eine Leben. Willst du am Ende sagen: „Ich habe super funktioniert, aber ich habe nie wirklich gelebt“?

Mut ist kein lautes Brüllen. Mut ist das leise Flüstern deiner Seele, die sagt: „Ich möchte jetzt dran sein.“ Es ist an der Zeit, die Komfortzone des ewigen Leistens zu verlassen und die Angst vor der Veränderung gegen die Freiheit einzutauschen.



Ich bin Psychologin und meine Arbeit hat mit Mut zu tun der aus dir selber kommen muss: Bist du bereit, die „gute Frau“ sterben zu lassen, damit die lebendige Frau in dir endlich atmen kann?



bottom of page