Kurz vor dem Burnout ... warum du nicht aufhören kannst zu funktionieren
- Eva
- vor 19 Stunden
- 2 Min. Lesezeit
Du funktionierst.
Du lieferst.
Du brennst aus.
Und während dein Umfeld dir gutgemeinte Ratschläge gibt wie „Trink mal einen Tee“ oder „Mach doch mal ein Wochenende frei“, willst du eigentlich nur schreien.
Warum? Weil Aussteigen für dich keine Option ist. Weil du denkst, der Laden bricht zusammen, wenn du umkippst.
Oder schlimmer: Weil dein innerer Antreiber dich peitscht, selbst wenn dein Körper schon lange die weiße Fahne schwenkt.
Nur: Wenn du fast im Burnout steckst und trotzdem nicht stoppen kannst, leidest du nicht an Arbeitsüberlastung. Du leidest an deinem System, das keine Ruhe zulässt.
Die Burnout: Warum Disziplin dich kaputt macht
Wir leben in einer Gesellschaft, die Burnout fast wie einen Orden für besondere Tapferkeit behandelt. Aber für dich fühlt es sich nicht nach Tapferkeit an. Es fühlt sich nach Gefangenschaft an.
Du hast wahrscheinlich schon früh gelernt, dass du nur sicher bist, wenn du funktionierst. Wenn du die Verantwortung für alles und jeden übernimmst. Dieses Muster hat dich erfolgreich gemacht. Es hat dich zur Führungskraft, zur Unternehmerin oder zur Stütze deiner Familie gemacht.
Aber heute ist dieses Überlebensmuster dein Gefängniswärter.
Wenn „Nicht-Aufhören-Können“ zur Überlebensstrategie wird
Warum fällt es dir so schwer, die Reißleine zu ziehen? Vielleicht bedeutet Stillstand für dich Gefahr:
„Wenn ich nicht leiste, bin ich nichts wert.“
„Wenn ich schwach bin, werde ich verlassen.“
„Ich muss die Kontrolle behalten, damit nichts Schlimmes passiert.“
Solange diese Programme laufen, ist Urlaub für dich kein Genuss, sondern purer Stress. Dein Körper ist im Dauer-Alarmzustand (Hyperarousal). Du bist nicht diszipliniert, du bist im Überlebensmodus.
Strategien für den Tunnel: Was tun, wenn du nicht wegkannst?
Wenn du den Job nicht kündigen und das Unternehmen nicht schließen kannst, musst du die Strategie ändern. Nicht von außen, sondern von innen.
1. Entlarve den inneren Sklaventreiber
Hör auf zu glauben, dass dieser Druck „deine Persönlichkeit“ ist. Es ist ein erlerntes Schema. Frag dich: Wer spricht da gerade in mir, wenn ich mir verbiete, krank zu sein?
2. Reduziere die emotionale Last, nicht nur die To-Dos
Nicht die E-Mails machen dich fertig, sondern die emotionale Verantwortung, die du ungefiltert übernimmst. Wo rettest du Menschen, die gar nicht gerettet werden wollen? Wo sagst du „Ja“, um Konflikte zu vermeiden? Jedes „Nein“ im Außen ist ein „Ja“ zu deinem Nervensystem.
3. Nutze Mikro-Inseln statt den großen Urlaub
Wenn das System auf Hochtouren läuft, kann es mit plötzlicher Ruhe nichts anfangen. Baue stattdessen bewusst Übergänge ein: 5 Minuten Fensterstarren nach jedem Meeting. Handy aus ab 20 Uhr ... ohne Ausnahme. Deine Psyche braucht Vorhersehbarkeit, keine Karibikreise.
Du musst nicht erst zusammenbrechen, um die Erlaubnis zum Stoppen zu haben
Ein Burnout ist kein plötzlicher Unfall. Er ist das Ende einer langen Kette von Selbstverleugnung. Wenn du spürst, dass du nur noch im Funktionsmodus bist, ist das dein Warnsignal.
Du musst dein Leben nicht heute komplett umkrempeln. Aber du musst aufhören, dein Funktionsmodus als Motor für deinen Erfolg zu missbrauchen. Denn dieser Motor wird irgendwann explodieren.
Du bist wertvoll, auch wenn du heute gar nichts leistest. Kannst du das fühlen? Wenn nicht, wird es Zeit, dass wir uns deine inneren Antreiber genauer ansehen.
Ich bin Arbeitspsychologin und arbeite mit Menschen die vor dem Burnout stehen. Kontaktiere mich gerne zu einem kostenfreien Erstgespräch.



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