Wenn Erschöpfung zur Gewohnheit wird und aufhören unmöglich scheint
- Eva
- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
„Eigentlich ist die Batterie leer. Komplett leer. Mein Körper schreit nach einer Pause, meine Gedanken kreisen im Dauermodus ... und trotzdem klappe ich den Laptop nicht zu. Ich sage ja zu dem nächsten Projekt, übernehme die Verantwortung für andere und schiebe meine eigenen Bedürfnisse ganz weit nach hinten.
Kennst du dieses Gefühl? Diese Falle, in der man weiß, dass man gegen die Wand fährt, aber trotzdem noch beschleunigt? Du bist damit nicht allein.“
Ich finde keinen „Stopp“-Knopf
Es ist kein Mangel an Disziplin, der uns weitermachen lässt. Es sind tiefliegende Mechanismen:
Verantwortung als Last: Wer gewohnt ist, die Stütze für andere zu sein, empfindet Aufhören nicht als Selbstfürsorge, sondern als Verrat oder Versagen.
Die Sucht nach dem Funktionieren: Wir haben über Jahre gelernt, dass unser Wert an unsere Leistung gekoppelt ist. Stillstand fühlt sich dann bedrohlich an.
Innere Peitscher: Sätze wie „Stell dich nicht so an“ oder „Die anderen zählen auf dich“ wirken wie unsichtbare Antreiber, die uns den Zugang zu unseren eigenen Grenzen versperren.
Wenn „Müde“ nicht mehr reicht
Ein Burnout schleicht sich leise an. Achte auf diese Anzeichen:
Bleierne Erschöpfung: Schlaf oder Urlaub bringen keine Erholung mehr.
Emotionale Distanz: Du fühlst dich abgestumpft, gereizt oder reagierst zynisch auf Dinge, die dir früher wichtig waren.
Kognitiver Nebel: Konzentration fällt schwer, Kleinigkeiten fühlen sich an wie unüberwindbare Berge.
Der Tunnelblick: Das Gefühl, nur noch zu funktionieren, während das Leben an einem vorbeizieht.
Der Weg raus: Erste Schritte
Du musst das Rad nicht von heute auf morgen anhalten, aber du darfst anfangen, die Bremse zu suchen.
Radikale Ehrlichkeit: Der erste Schritt ist das Eingeständnis: „Ja, es ist gerade zu viel. Und nein, es wird nicht von alleine besser.“
Muster-Check: Frage dich: Wer in mir verbietet mir gerade die Pause? Welcher Anteil glaubt, dass die Welt untergeht, wenn ich nein sage?
Perspektivwechsel: Such dir jemanden, der nicht im System steckt. Ein Coach oder eine Therapeutin hilft dir, die blinden Flecken deiner Erschöpfung zu sehen und neue Handlungsspielräume zu finden.
Du bist mehr als deine Leistung
Burnout ist kein Zeichen von Schwäche, sondern oft die Folge davon, dass man zu lange zu stark sein musste.
Ich bin Psychologin und du musst diesen Kreislauf nicht alleine durchbrechen. Wenn du merkst, dass dein innerer Antreiber das Steuer übernommen hat, lass uns gemeinsam hinschauen. In einem Coaching identifizieren wir deine persönlichen Muster und erarbeiten Wege, wie du von der Erschöpfung zurück in deine Kraft kommst ... und zwar nachhaltig.


