Psychologisches BEM: So stoppen Sie die Rückfallspirale
- Eva
- 9. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist mehr als ein Formularprozess, es ist oft der tiefste Einschnitt im Berufsleben eines Mitarbeiters. Nach einem längeren psychischen oder psychosomatischen Ausfall bedeutet die Rückkehr in den Job einen heiklen Neubeginn. Ein Neubeginn mit hoher emotionaler Unsicherheit.
Doch die Realität sieht anders aus: Viele BEM-Fälle verlaufen im Sand, Wiedereingliederungen scheitern, und die Rückfallquote bleibt alarmierend hoch.
Als Arbeitspsychologin mit therapeutischer Expertise begleite ich BEM-Prozesse psychologisch fundiert. Denn nur wer die inneren Hürden versteht, kann nachhaltige Stabilität und Arbeitsfähigkeit sichern.
Das verborgene Risiko: Der unbearbeitete Umbruch
Ein langer Krankheitsausfall ist ein massiver persönlicher Umbruch. Wenn der Wiedereinstieg zu früh oder zu oberflächlich erfolgt, bleiben zentrale psychische Themen unbearbeitet: Angst vor Versagen, Schamgefühle, Selbstzweifel oder die Sorge, im alten Umfeld wieder zu scheitern.
Schmerzpunkt der Betroffenen: Viele kehren zurück, bevor sie stabil sind. Sie funktionieren, obwohl sie innerlich erschöpft sind – ein klassischer Fall von Präsentismus. Das Risiko eines schnellen Rückfalls steigt.
Schmerzpunkt des Unternehmens: Jeder Rückfall kostet Vertrauen, Geld und Motivation – sowohl beim Mitarbeiter als auch bei den Führungskräften, die sich im Prozess oft hilflos fühlen.
Der Standard-BEM-Prozess ist meist nicht darauf ausgelegt, diese psychologische Dynamik aufzufangen. Hier setzt das psychologische Fall-Management an.
Psychologisches BEM: Therapeutisch fundiert, systemisch gedacht
Mein Ansatz wandelt das BEM von einer administrativen Pflicht in eine maßgeschneiderte psychologische Reintegration. Ziel ist es, Belastbarkeit realistisch einzuschätzen, Ressourcen zu stärken und Vertrauen im System wiederherzustellen.
Hebel 1: Psychologische Belastbarkeitsprüfung (Individuelles Coaching)
In einem individuellen Coaching klären wir, wie belastbar der Mitarbeiter tatsächlich ist. Wir arbeiten an gesunden Abgrenzungsmechanismen, klären persönliche Auslöser und entwickeln realistische Schritte zurück in den Berufsalltag. So wird der BEM-Prozess zu einem echten Stabilisierungsprozess, nicht nur zur Formalie.
Hebel 2: Konflikt-Mediation für Führungskräfte und Team
Rückkehrprozesse scheitern selten am guten Willen, sondern an unausgesprochenen Spannungen. Ich unterstütze Führungskräfte und Teams dabei, wieder Vertrauen aufzubauen:
Coaching der Führungskraft für sensible Gesprächsführung und Umgang mit Schweigepflicht
Klärung von Rollenkonflikten und unausgesprochenen Überlastungen im Team
Aufbau einer Kommunikationskultur, die Sicherheit statt Misstrauen schafft
Hebel 3: Prävention des nächsten Umbruchs (Rückfallstrategie)
Nachhaltigkeit entsteht, wenn Rückfälle planbar werden. Gemeinsam mit Mitarbeiter und Führungskraft entwickle ich eine präventive Rückfallstrategie: Frühwarnindikatoren, Notfallpläne, klare Handlungsschritte. So entsteht psychologische Sicherheit für alle Beteiligten.
Fazit: Investition in nachhaltige Arbeitsfähigkeit
Der Erfolg eines BEM bemisst sich nicht an der Unterschrift unter der Vereinbarung, sondern an der Dauerhaftigkeit der Wiedereingliederung. Wenn Ihre BEM-Fälle teuer scheitern, Rückkehrgespräche stagnieren oder Führungskräfte überfordert sind, lohnt sich eine externe, therapeutische Expertise.
Kontaktieren Sie mich für eine vertrauliche Erstberatung. Lassen Sie uns gemeinsam die Rückfallspirale durchbrechen: für stabile, gesunde und langfristig arbeitsfähige Mitarbeiter.



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