Partnerin ständig erschöpft? Der stille Funktionsmodus...
- Eva
- 5. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Seien wir ehrlich: Es ist bequem für dich. Sie hält dir den Rücken frei, organisiert das Chaos und „wuppt“ den Alltag. Aber während du denkst, ihr hättet alles im Griff, brennt sie innerlich aus. Willkommen im stillen Funktionsmodus.
Der Mythos der „starken Frau“
„Sie macht das alles so toll.“ Ein Satz, den man gerne im Bekanntenkreis hört. Doch hinter der Fassade der perfekten Managerin, Mutter und Partnerin verbirgt sich oft eine gefährliche psychologische Falle.
Du siehst sie abends auf dem Sofa wegknicken. Du hörst ihr „Passt schon“, wenn du fragst, wie es ihr geht. Und du lässt es gelten, weil es einfacher ist, als tiefer zu graben. Aber dieses Schweigen ist kein Zeichen von Stärke. Es ist das mechanische Weiterlaufen einer Maschine, bei der das Öl längst verbraucht ist.
Der „stille Funktionsmodus“: Eine Rüstung aus Stahl, die sie erstickt
In der Schematherapie nennen wir das einen überkompensierenden Bewältigungsmodus. Deine Partnerin hat gelernt: Ich bin nur sicher, wenn ich nützlich bin. Sie hat keinen „Spleen“ und sie ist nicht „halt so“. Sie steckt in einer Überlebensstrategie fest, die sie wahrscheinlich schon seit ihrer Kindheit mit sich herumschleppt.
Das ist die harte Realität:
Leistung gegen Angst: Sie hat panische Angst vor Kontrollverlust. Wenn sie aufhört zu funktionieren, bricht für sie die Welt zusammen.
Bedürfnis-Amnesie: Sie weiß nicht mehr, was sie will oder braucht. Sie spürt sich schlichtweg nicht mehr.
Einsamkeit trotz Partnerschaft: Sie glaubt im Tiefsten, dass sie alles allein schaffen muss, weil sie dir (oder sonst jemandem) nicht zutraut, die Qualität zu halten.
Du schaust zu, wie der Turm wackelt
Stell dir ihr Leben als Jenga-Turm vor. Jeden Tag zieht sie unten eine Stütze raus (Schlaf, Gesundheit, Freude), um sie oben auf den Stapel der Verpflichtungen zu legen.
Du stehst daneben und bewunderst die Statik. Vielleicht nimmst du ihr mal einen Stein ab, aber du fragst sie vorher, welchen du nehmen sollst. Damit legst du ihr nur noch mehr Gewicht auf.
Solange du nur „Hilfe anbietest“, statt Verantwortung zu entreißen, bist du Teil des Problems. Du profitierst von ihrem Funktionsmodus, während sie daran zerbricht.
Hör auf zu fragen --> Fang an zu führen
Wenn du willst, dass deine Partnerin nicht im Burnout landet, musst du aufhören, ein passiver Beobachter zu sein. Sätze wie „Sag Bescheid, wenn ich was tun kann“ sind eine Frechheit für jemanden, der ohnehin schon die mentale Last für zwei trägt.
1. Entlastung ist keine Verhandlungssache
Hör auf zu fragen, ob es „okay“ ist, wenn du den Wocheneinkauf machst oder die Kinderplanung übernimmst. Mach es einfach. Nimm ihr die Entscheidungslast ab. Ein „Ich hab das erledigt“ befreit sie mehr als ein „Soll ich das machen?“.
2. Spiegel ihr die Wahrheit (auch wenn es wehtut)
Der Funktionsmodus macht blind. Sie sieht nicht, dass sie blass ist, dass sie kaum noch lacht oder dass sie nur noch wie ein Roboter agiert.
„Ich sehe, dass du nur noch funktionierst. Und ich will das nicht mehr. Ich will eine Partnerin, keinen Haushaltsroboter. Wir müssen das System ändern – jetzt.“
3. Akzeptiere den Widerstand
Wenn sie versucht, dir das Zepter wieder zu entreißen (weil sie Angst vor Kontrollverlust hat): Bleib standhaft. Ihr System muss erst mühsam wieder lernen, dass es sicher ist, loszulassen. Das dauert.
Willst du eine Mitbewohnerin mit Burnout oder eine Partnerin?
Der stille Funktionsmodus tötet auf Dauer die Intimität, die Freude und schließlich die Gesundheit. Du kannst sie nicht „reparieren“, aber du kannst aufhören, die Kulissen für dieses Drama zu halten. Werde vom Zuschauer zum Co-Piloten. Bevor der Turm fällt, denn dann ist das Geschrei groß und der Weg zurück doppelt so weit.
Ich bin Psychologin und begleite Frauen die zu Überverantwortung und Funktionsmodus neigen.



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