top of page

Soll ich den Job wechseln oder bleiben?

  • Eva
  • 19. Okt. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Diese Frage klingt pragmatisch, ist aber zutiefst existenziell. Denn sie berührt nicht nur dein Einkommen, deine täglichen Aufgaben oder die gewohnten Kollegen, sondern deine Identität:


Wer bin ich in meiner Arbeit, und wer darf ich außerhalb davon sein?


Viele Menschen merken irgendwann: Etwas passt nicht mehr. Die Energie ist weg, die Sinnfrage wird lauter, das Wochenende zu kurz. Und doch bleiben sie aus Loyalität, Angst oder Gewohnheit. Der Gedanke an eine berufliche Veränderung fühlt sich an wie eine offene Tür, hinter der ein Sturm wartet.

Wenn du in dieser Spannung feststeckst und nach einer tragfähigen Entscheidungsfindung suchst, beginne mit dem Wichtigsten: Deinen Werten.


1. Kläre deine Werte: Was ist das Fundament deiner Entscheidung?


Der Hauptgrund, warum die Entscheidung "Job wechseln oder bleiben" so schwerfällt, ist oft, dass die Wahl unbewusst gegen zentrale Werte verstößt. Deine Werte sind dein innerer Kompass. Wenn er unscharf ist, fühlt sich jede Richtung falsch an.


Frage dich: Welche Werte werden im aktuellen Job nicht mehr erfüllt?

  • Ist es Freiheit oder Autonomie, die in der starren Struktur fehlt?

  • Ist es Wachstum oder Entwicklung, die im Stillstand stagniert?

  • Ist es Sinnhaftigkeit oder Gemeinschaft, die du vermisst?


Eine Entscheidung ist nur dann stimmig und nachhaltig, wenn sie deine wichtigsten Werte unterstützt. Welche Option ehrt meine Werte am meisten?


2. Verstehe, wer oder was in dir gerade entscheidet


Erst wenn die Wertebasis klar ist, kannst du die inneren Stimmen einordnen. In der Krise melden sich oft verschiedene innere Anteile:

  • Die Sicherheitsliebende spricht den Wert Stabilität an.

  • Die Erschöpfte spricht den Wert Gesundheit an.

  • Die Rebellin spricht den Wert Freiheit an.

Keine dieser Stimmen ist „falsch“. Sie alle wollen dich schützen und sind Ausdruck eines legitimen Bedürfnisses. Aber keine sollte allein bestimmen. Erst wenn du alle wahrnimmst und weißt, welchen Wert sie verteidigen, entsteht innere Klarheit statt Chaos.


3. Erkenne, was wirklich auf dem Spiel steht (Das tiefe Bedürfnis finden)


Manchmal geht es gar nicht darum, den Job zu wechseln, sondern um ein tieferes, ungestilltes Bedürfnis, das durch den Job (nicht) befriedigt wird: gesehen zu werden, Sinn zu erleben, oder Autonomie zu spüren.

Wenn du das erkennst, kannst du prüfen: Lässt sich das Bedürfnis (und damit der Wert!) innerhalb des aktuellen Jobs erfüllen, oder braucht es tatsächlich einen vollständigen beruflichen Umbruch? Manchmal ist eine neue Aufgabe beim alten Arbeitgeber die wertetreue Lösung. Oder es geht gar nicht um den Job.


4. Nimm den Druck aus der Entscheidung (Der kleine, erste Schritt)


Viele suchen nach dem „richtigen Moment“, der sich „klar“ oder „sicher“ anfühlt. Doch das ist selten. Große Entscheidungen werden nicht durch ewiges Grübeln sicherer, sondern durch Handeln überprüfbar.


Frage dich: Was wäre ein kleiner, reversibler Schritt in Richtung Veränderung, der deine innere Stimme bestätigt ohne gleich alles zu riskieren? Das kann die Recherche einer Weiterbildung oder ein vertrauliches Gespräch sein.


5. Höre auf deinen Körper und gib dir die Erlaubnis, nicht zu wissen


Gedanken können täuschen, dein Körper lügt selten. Er speichert die Wahrheit über deine Befindlichkeit. Wie reagiert dein Körper, wenn du dir vorstellst, zu bleiben? Wie, wenn du dir vorstellst, zu gehen?

Unklarheit ist kein Fehler, sondern ein notwendiger Übergangszustand. Du darfst zwischen Sicherheit und Sehnsucht schwanken. Klarheit wächst, wenn du dich bewegst, nicht wenn du grübelst.


Also...


Manchmal bedeutet bleiben Mut. Manchmal bedeutet gehen Verantwortung. Entscheidend ist, dass du dich selbst in deiner Entscheidung wiederfindest, gestützt auf deine geklärten Werte. Nicht das, was andere „vernünftig“ nennen.


Denn beachte auch, jede nicht getroffene Entscheidung ist auch eine Entscheidung. Du entscheidest dich jeden Tag nicht zu wechseln...


Job wechseln oder bleiben: Fühlst du dich blockiert?


Wenn du das Gefühl hast, du stehst vor einem beruflichen Umbruch und findest keinen klaren inneren Kompass, weil die Stimmen in deinem Kopf zu laut sind und deine Werte verschwommen erscheinen:

In meinem Entscheidungscoaching unterstütze ich dich dabei, deine zentralen Werte zu klären, die inneren Stimmen zu sortieren und Entscheidungen zu treffen, die sich für dich stimmig und tragfähig anfühlen. Lass uns gemeinsam Klarheit in deine Job-Frage bringen.

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
bottom of page