Was soll ich werden? Oder: Wie du aufhörst, das Leben deiner Eltern zu wiederholen.
- Eva
- 17. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Vielleicht hast du’s satt.
Diese eine Frage, die dir seit Jahren gestellt wird... von Fremden, Verwandten und dir selbst: „Und? Was willst du mal werden?“
Als gäbe es da draußen ein geheimes Drehbuch, in dem dein Name schon längst steht; du müsstest es nur finden.
Aber was, wenn du gar kein fertiges Drehbuch willst? Was, wenn du selbst Regie führen willst?
Der erste Schritt dazu ist: aufhören zu suchen und anfangen zu verstehen, was dich bisher gesteuert hat.
Du bist kein weißes Blatt
Viele glauben, sie starten „bei null“, wenn es um ihre Karriere oder ihren Lebensweg geht.
Tun sie nicht.
Du trägst Geschichten, Erwartungen und Werte in dir, die älter sind als du. Man nennt das familiäre Muster oder verinnerlichte Skripte.
Vielleicht wolltest du nie so werden „wie dein Vater“, und lebst trotzdem unbewusst seine Haltung zu Arbeit und Pflicht.
Oder du willst alles richtig machen und beweisen, dass du es „schaffst“ , so wie deine Mutter es nie konnte.
Oder du wählst automatisch den „sicheren“ Job, weil in deiner Familie finanzielle Sorgen immer präsent waren.
Das ist kein Zufall. Unsere Familien sind wie unsichtbare Drehbuchautor:innen, die mitreden, wenn wir glauben, frei zu wählen.
Wenn Loyalität dich leise steuert
Hinter Zögern und Entscheidungsblockaden stecken oft keine Schwächen, sondern Loyalitäten.
Vielleicht hast du Angst, jemanden zu enttäuschen, wenn du einen unkonventionellen Weg gehst. Oder du glaubst, dich absichern zu müssen, damit niemand sich Sorgen macht. Sorgen, die du als Kind unbewusst übernommen hast.
Diese tiefen, stillen Loyalitäten machen dich nicht frei. Sie binden dich an eine vermeintliche Sicherheit, die nicht deine eigene ist.
Was wäre, wenn du all diese Stimmen mal zu Wort kommen lässt?
Wir sind selten eine einzige, klare Stimme. Wir sind ein Chor:
Die Vernünftige, die sagt: „Mach was Sicheres, Hauptsache, die Miete ist bezahlt.“
Die Rebellin, die ruft: „Ich will endlich mein eigenes, echtes Leben!“
Die Ängstliche, die flüstert: „Was, wenn das alles schiefgeht und du alle enttäuschst?“
Wenn du sie hörst, statt sie zu unterdrücken, entsteht Klarheit. Das ist der Kern der psychologischen Arbeit mit inneren Anteilen: du lernst, dich selbst zu verstehen, bevor du dich festlegen musst.
Orientierung ist kein Zufall
Echte Orientierung entsteht nicht durch Berufsratgeber, sondern wenn du spürst, was dir wirklich wichtig ist, nicht, was „gut aussieht“ oder was andere erwarten.
Man nennt das Commitment: Du lernst, nicht mehr auf Angst zu reagieren, sondern auf deinen tiefsten Sinn und deine Werte.
Beginne, Werte über Erwartungen zu stellen.
Hör auf, perfekt zu funktionieren, und beginne, ehrlich zu leben.
Und ja, du darfst zweifeln.
Du darfst ausprobieren, scheitern, neu wählen. Du darfst laut Nein sagen zu Lebenswegen, die nie deine waren. Und du darfst still Ja sagen zu dem, was sich noch unfertig anfühlt. Aber wahr.
Mein Coaching ist kein Berufsratgeber, der dir sagt, was du tun sollst.
Es ist ein Spiegel.
Für dich. Für deine Herkunft. Für das, was du mitbringst und was du endlich ablegen willst.
Wenn du wirklich wissen willst, was du mal werden sollst, dann fang an zu fragen:
Wer spricht da gerade in mir & wem will ich eigentlich folgen?
Bereit, dein eigenes Drehbuch zu schreiben?
Wenn du diese tief verwurzelten Muster und Loyalitäten auflösen möchtest, um freie und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen, unterstütze ich dich als Arbeitspsychologin und Systemischer Coach. Auch im Kreise deiner Familie.



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