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Heilung nach narzisstischer Beziehung hat nur mit DIR zu tun

  • Eva
  • 6. Feb.
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Feb.

„Ich will einfach nur heilen.“

Diesen Satz höre ich ständig. Er klingt nach Sanftheit, nach Tee trinken, nach „Wunden lecken“. Und versteh mich nicht falsch: Nach dem Schlachtfeld einer toxischen Beziehung hast du jedes Recht der Welt, dich hinzulegen.


Du hast psychische Gewalt erlebt.

Manipulation war dein Alltag.

Gaslighting hat dein Gehirn vernebelt, und emotionale Entwertung hat dein Selbstbild in Trümmer gelegt.

Ja, das braucht Mitgefühl.

Ja, das braucht Stabilisierung.


Nur: Wenn deine Heilung nur daraus besteht, den Täter zu verstehen, bleibst du sein Gefangener. Wenn du nur heilst, um den Schmerz loszuwerden, aber deine eigenen Muster nicht anrührst, hast du nur das Pflaster gewechselt, aber die Infektion darunter behalten.


Wenn Analyse zur Ersatzdroge wird

Viele Betroffene werden zu Hobby-Psychologen. Sie lesen jedes Buch über Narzissmus, kennen jede Phase von Love Bombing bis Discarding. Sie analysieren den Ex-Partner bis zur Besinnungslosigkeit.


Das ist keine Heilung. Das ist Vermeidung.

Solange du dich mit ihm befasst, musst du dich nicht mit dir befassen. Es ist sicherer, ein Monster zu studieren, als die eigenen Schutzmechanismen zu hinterfragen, die dich jahrelang in diesem Käfig gehalten haben.



Die Trojanischen Pferde in dir

In der toxischen Dynamik hast du Modi entwickelt, um nicht unterzugehen. Das Problem? Diese Modi gehen nicht einfach weg, nur weil der Partner weg ist. Sie warten in dir auf den nächsten Einsatz.


1. Die „Harmonie-Sucht“ Du nennst es „Empathie“ oder „Diplomatie“. Ich nenne es Angst. Du glättest Wogen, bevor sie entstehen. Du erklärst sein Verhalten, du zeigst Verständnis, wo du eigentlich die Tür hättest knallen müssen... Dein Harmoniestreben ist oft kein Charakterzug, sondern ein feiger Fluchtreflex vor Ablehnung.


2. Das „Hochleistungs-Hamsterrad“ Du bist perfekt organisiert. Du funktionierst. Du bist die Starke, die Engagierte.

Der Grund: Aktivität ist deine Droge. Solange du organisierst, planst und leistest, musst du nicht spüren, wie leer und verzweifelt du dich eigentlich fühlst. Wer rennt, den kann die Trauer nicht einholen. Dachtest du.


3. Die emotionale Anästhesie Wut ist dir peinlich. Grenzen ziehen ist „unhöflich“. Also schluckst du. Du rationalisierst den Schmerz weg, bis du dich selbst nicht mehr spürst. Das Problem: Wer seine Wut tötet, tötet seinen Wachhund. Ohne Wut merkst du nicht, wenn jemand dein Territorium betritt und alles kurz und klein schlägt.


„Wissen“ reicht nicht

Du kannst wissen, was Gaslighting ist, und trotzdem wieder darauf reinfallen. Nicht, weil du dumm bist. Sondern weil dein Beziehungsmuster noch auf „Vermeidung“ programmiert ist.

Echte "Heilung" ist kein Wellness-Urlaub. Sie ist die ungemütliche Begegnung mit den Anteilen in dir, die um jeden Preis Zugehörigkeit sichern wollten... selbst zum Preis deiner Würde.


Du bist Opfer UND verantwortlich

Sorry, aber es ist beides wahr:

  1. Ja, du warst Opfer von Gewalt. Ohne Wenn und Aber.

  2. Ja, du musst dich radikal mit dir selbst befassen, wenn du jemals frei sein willst.

Das ist keine Täter-Opfer-Umkehr. Das ist Rückeroberung deiner Macht.


Der mutigste Schritt deines Lebens

Hör auf, den Narzissten zu analysieren. Er ist eine Sackgasse. Der mutigste Schritt ist, den Spiegel umzudrehen und die Fragen zu stellen, die wehtun:

  • Warum fühlten sich Brotkrumen für mich wie ein Festmahl an?

  • Warum war mir das „Wir“ wichtiger als das „Ich“?

  • Warum war das Funktionieren sicherer als das Fühlen?

  • Wovor schützt mich mein ständiges „Verständnis-Haben“ eigentlich wirklich?


Hier beginnt die Freiheit. Nicht in der Diagnose des anderen, sondern in der Demaskierung deiner eigenen Vermeidungsstrategien.


Ich bin Psychologin. Ich erkläre keine Narzissten. Ich möchte dir helfen dich zu erklären. Das tut weh...und es ist gut das es weh tut.



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