Der blinde Fleck in Personalabteilungen: HR wird oft zum unfreiwilligen Komplizen destruktiver toxischer Chefs
- Eva
- vor 4 Tagen
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HR soll die Kultur schützen, doch oft stabilisiert sie das Chaos. Warum gerade empathische Personalverantwortliche zum „Enabler“ für narzisstische Führungskräfte werden.
Das Paradoxon der Personalabteilung
Eigentlich ist die Mission klar: HR schützt die Mitarbeitenden, löst Konflikte und sichert die psychische Gesundheit im Unternehmen. Doch die Realität in vielen Unternehmen sieht düster aus: Destruktive Führungskräfte halten sich jahrelang im Sattel, während Talente kündigen und Teams ausbrennen.
Der Grund ist oft ein Tabu: HR-Teams ziehen aufgrund ihrer eigenen psychologischen Profile oft genau die Dynamiken an, die sie eigentlich bekämpfen sollten. Als Arbeitspsychologin sehe ich immer wieder, dass es kein fachliches Versagen ist, sondern eine unbewusste psychologische Verstrickung.
Die typische Mitarbeiterin einer Personalabteilung...
„Helfersyndrom“ als strategische Schwachstelle
HR-Profis brennen für Menschen. Ihr hohes Verantwortungsbewusstsein führt jedoch dazu, dass sie die Fehler toxischer Chefs „wegmoderieren“ oder durch Mehrarbeit kompensieren. Sie retten das System, während der Narzisst es sehenden Auges gegen die Wand fährt.
Empathie als Einfallstor für Manipulation
Narzisstische Führungskräfte sind Meister darin, Empathie als Waffe zu nutzen. Sie inszenieren sich als unverstanden oder als einzige Leistungsträger. Empathisches HR-Personal neigt dazu, dieses Verhalten zu rationalisieren, statt klare Grenzen zu ziehen.
Systemische Loyalität schlägt Selbstschutz
Viele Personalerinnen denken extrem langfristig und unternehmenszentriert. Diese Loyalität wird zur Falle, wenn „Ruhe im Karton“ wichtiger wird als die Konfrontation mit einem Machtmissbrauch. Man „fügt sich“ dem Wohl der Firma und opfert dabei die eigene Integrität.
Angst vor dem offenen Konflikt
Destruktive Führung lebt von der Einschüchterung. Wenn HR-Mitarbeiterinnen dazu neigen, Harmonie über Wahrheit zu stellen, stabilisieren sie unbewusst die toxische Machtstruktur. Der Konflikt wird intern gehalten, bis die Fluktuation das Problem unübersehbar macht.
Die fatalen Folgen für Ihr Unternehmen
Wenn HR und destruktive Führung in einer ungesunden Symbiose leben, sind die Kosten immens:
Der „Silent Quit“: Leistungsträger ziehen sich innerlich zurück.
Burnout-Epidemien: Psychische Belastungen steigen, da Schutzmechanismen fehlen.
Employer Branding Ruin: Der Ruf als toxischer Arbeitgeber spricht sich schneller herum, als HR Headhunting-Anzeigen schalten kann.
Warum Standard-Führungstrainings hier krachend scheitern
Ein 08/15-Workshop zu „wertschätzender Kommunikation“ ist bei narzisstischen Mustern so wirksam wie ein Pflaster auf einer Schusswunde.
Destruktive Chefs ändern sich nicht durch Verhaltensregeln. Sie ändern sich nur, wenn das System um sie herum (allen voran HR) aufhört, ihr Verhalten zu spiegeln und zu decken.
Psychologisch fundierte Lösungen
Um echte Veränderung zu bewirken, müssen wir tiefer graben als nur bis zur Prozessoptimierung:
Analyse der HR-Persönlichkeitsdynamik: Welche unbewussten Muster in Ihrem Team begünstigen Anpassung?
Psychologisches Coaching für HR: Stärkung der Grenzziehung und Souveränität gegenüber manipulativen Machtmechanismen.
Machttransparenz schaffen: Etablierung von Frühwarnsystemen, die nicht bei der HR-Abteilung „versickern“.
Radikale Rollenklärung: HR muss vom „Versteher“ zum „Wächter der Standards“ werden.
HR stärken heißt, das Unternehmen retten
HR-Mitarbeitende sind das Rückgrat jeder Organisation. Doch ein Rückgrat muss stabil sein, nicht biegsam bis zur Selbstaufgabe. Nur wenn HR die eigenen psychologischen Muster reflektiert, kann sie die Brandmauer gegen destruktive Führung sein, die ein gesundes Unternehmen braucht.
Sind Sie bereit, die Dynamiken in Ihrem Unternehmen wirklich zu verstehen? Als Arbeitspsychologin unterstütze ich Sie dabei, HR aus der Defensivrolle zu holen und Teams wirksam vor toxischen Einflüssen zu schützen.