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Überverantwortung & Burnout im sozialen Bereich

  • Eva
  • 16. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Warum du nicht die Welt rettest, wenn du dich selbst verbrennst.

Du bist die Person, die immer einspringt. Die, die den Schmerz der Klienten mit nach Hause nimmt und nachts darüber grübelt, ob sie genug getan hat. Aber lass uns ehrlich sein: Das ist keine Professionalität. Das ist ein langsamer Abschied von deiner eigenen Gesundheit. In sozialen Berufen wird Aufopferung oft als Ideal verkauft, doch in Wahrheit ist sie der Treibstoff für dein Burnout. Wer die Verantwortung für alles und jeden übernimmt, verliert am Ende das Wichtigste aus den Augen: sich selbst.


In welcher Falle sitzt du?

1. Die Unersetzbaren (Pflege & Therapie)

Du denkst, der Patient ist ohne dich verloren. Du bleibst länger, du gibst mehr, du spürst alles.

Dein Mitgefühl ist deine Stärke, aber dein Mitleiden ist dein Ruin. Wenn du dich als emotionaler Mülleimer anbietest, wirst du irgendwann darin ersticken. Du bist kein Gott in Weiß oder Blau. Du bist ein Mensch mit begrenzten Ressourcen.


2. Die Retter der Seelen (Pädagogik & Soziale Arbeit)

Du willst die Kindheit heil machen, die das System kaputt gemacht hat. Du kämpfst gegen Windmühlen und wunderst dich, warum du abends nur noch weinen willst.

Du kannst nicht jedes Kind retten, während du dein eigenes Leben vernachlässigst. Werde zum Vorbild für Grenzen, statt zum Mahnmal für Selbstaufgabe.


3. Die Lastenträger (Leitung & Team-Orga)

Du fängst jeden Personalmangel auf und glaubst, du müsstest die Moral des gesamten Teams auf deinen Schultern tragen.

Dein „Ich mach das schnell selbst“ ist kein Einsatz, sondern ein Kontrollzwang, der dein Team entmündigt und dich ins Grab bringt.


Warum du tust, was du tust


Dieses Gefühl, für alles zuständig zu sein, kommt nicht von ungefähr. Es ist ein altes Muster, das tief in dir verankert ist.

  • Das Echo der Kindheit: Wahrscheinlich hast du schon früh gelernt, dass du nur wertvoll bist, wenn du dich nützlich machst oder die Wogen glättest.

  • Die Angst vor der Stille: Wenn du aufhörst zu „retten“, müsstest du dich vielleicht mit deiner eigenen Leere oder Erschöpfung auseinandersetzen. Also rennst du weiter.

  • Schuld als Kompass: Du hast kein schlechtes Gewissen, weil du etwas falsch machst, sondern weil du gelernt hast, dass „Nein“ sagen gleichbedeutend mit „ich bin böse“ ist.

Raus aus der Überverantwortung

  1. Hör auf, Löcher zu stopfen: Wenn du ständig das Versagen des Systems durch deine Überstunden ausgleichst, wird sich nie etwas ändern. Lass die Lücke mal sichtbar werden.

  2. Zieh radikal die Grenze: Ein „Nein“ zu einer Aufgabe ist ein „Ja“ zu deinem Überleben. Das ist nicht egoistisch, das ist Notwehr.

  3. Verantwortung: Frag dich bei jedem Problem: Ist das wirklich meine Baustelle? Wenn die Antwort „Nein“ ist, dann lass die Schaufel liegen.

  4. Such dir Hilfe für dein „Ich“: Es geht nicht um besseres Zeitmanagement, sondern darum, warum du glaubst, dir deine Existenzberechtigung durch Aufopferung verdienen zu müssen.



Überverantwortung im sozialen Bereich ist kein Zeichen von Charakterstärke, sondern ein Symptom für fehlende Abgrenzung. Burnout ist die letzte Notbremse deiner Seele. Werde vom Getriebenen zum Gestalter deiner eigenen Grenzen. Die Welt braucht dich. Dich: gesund und klar, nicht als ausgebranntes Wrack.

Hör auf zu brennen. Fang an zu strahlen. Zuerst für dich selbst.


Ich bin Psychologin und arbeite vor allem mit Frauen die zu viel Verantwortung übernehmen.



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