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STOPP People Pleasing: Warum das Helfersyndrom deinen Akku gnadenlos leer saugt

  • Eva
  • 4. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Wie viel Akku hast du noch für dich?

Du kennst das Gefühl: Jemand braucht etwas, und du bist schon auf dem Sprung. Du bist die verlässliche Säule, die Problemlöserin, diejenige, die dafür sorgt, dass bei anderen alles läuft. Du sagst flapsig, du würdest halt am Helfersyndrom leiden. Dein innerer Anspruch lautet: Funktioniere.

Doch während du unermüdlich die Akkus der anderen auflädst, läufst du im Energiesparmodus.

Wenn du ständig im Einsatz bist, um andere glücklich zu machen, hast du das Programm People Pleasing aktiviert; ein gnadenloses Muster, das dir suggeriert: "Du bist nur dann eine gute Frau, wenn du unentbehrlich bist."

Es ist Zeit, die Powerbank der anderen abzustecken und diesen Retterinnen-Modus zu beenden.


Dein Helfen ist ein Energie-Leck (kein Liebesdienst)

Das Helfersyndrom tarnt sich als reine Selbstlosigkeit, ist aber oft eine Überlebensstrategie. Du hast gelernt, dass du Wertschätzung und Zugehörigkeit nur bekommst, wenn du liebst, kümmerst und leistest. Oder wenn du alles stabil und ausgeglichen hälst.

Du übernimmst die volle emotionale Ladung für deinen Partner, deine Kinder, deine Kollegen. Du stabilisierst, organisierst, vermittelst. Und warum? Vielleicht aus Angst vor Ablehnung? Angst vor negativen Gefühlen anderer? Als Selbstwert-Boost? Du zahlst dafür mit deiner eigenen kostbaren Akku-Laufzeit.


Aber: Du bist keine Heldin. Du bist zur unbezahlten emotionalen Steckdose geworden, weil du glaubst, dass deine Existenz davon abhängt.


Akku-Fresser: So erkennst du den Retter-Modus und das People Pleasing

Dein System ist ständig im Hochleistungsmodus, nur nicht für dich selbst. Das sind die typischen Anzeichen, dass dein Akku unnötig belastet wird.


  1. Immer 100% Empfang: Du spürst die Bedürfnisse und Schwingungen anderer sofort, während du deine eigenen Gefühle erst bemerkst, wenn der Akku leer ist und du schon körperlich erschöpft bist.

  2. Die "Nein"-Blockade: Du traust dich nicht, eine Bitte abzulehnen, weil sofort die Schuldgefühle einsetzen.

  3. Fremdladung für die Emotionen: Du fühlst dich automatisch dafür zuständig, die Stimmung oder die Konflikte anderer zu regeln. Du bist der Notstrom-Aggregator für alle Krisen, weil du Angst vor Disharmonie hast.

  4. Der Wert liegt in der Nützlichkeit: Dein Selbstwert ist direkt an deine Verfügbarkeit gekoppelt. Wenn du nicht "nützlich" bist, fühlst du dich irrelevant.


Dieses Muster ist eine alte Programmierung deines Systems: Du hast wohl mal gelernt, dass du nur sicher bist, wenn du dich kümmerst. Doch heute hält dich dieses Helfersyndrom nur noch in der Erschöpfung.





Warum der Retterinnen-Modus dein Akku-Kabel nicht loslässt

Das Muster hält sich hartnäckig, weil es dir eine kurzfristige Dosis Bedeutung und Bestätigung verschafft. Doch es führt in den schädlichen Kreislauf:

  1. Du gibst.

  2. Du bekommst Anerkennung.

  3. Du fühlst dich erschöpft.

  4. Du gibst weiter, um den Wert zu spüren → Dein System fährt runter.


Der Ausstieg: Stoppe das Helfersyndrom

Es geht nicht darum, unsensibel oder egoistisch zu werden. Es geht darum, bewusst, klar und aus einem vollen Akku zu handeln.


1. Die 5-Sekunden-Pause

Etabliere einen kurzen Stopp, bevor du auf eine Anfrage mit "Ja" antwortest. Atme tief ein und frage dich: „Was ist mein aktueller Akku-Stand? Kann ich mir diese Leistung wirklich leisten, ohne dass mein Akku rot wird?“


2. Gib die Ladepflicht zurück

Mache dir klar: Du bist nicht das Ladegerät für die Erwachsenen um dich herum. Unterstütze, aber übernimm nicht die Energieversorgung. Das ist der erste Schritt gegen das Helfersyndrom.

Tausche das spontane "Ich mach das sofort" gegen die klärende Frage: "Wie möchtest du das jetzt angehen? Ich kann dir dabei helfen, einen Plan zu entwickeln."


3. Das "Mikro-Nein" als Energiespar-Modus

Beginne, dich abzugrenzen. Trainiere das klare, aber freundliche "Nein".

"Das schaffe ich heute leider nicht, ich bin im Moment nur für meine wichtigsten Aufgaben verfügbar."

4. Wer zieht heimlich Strom?

Identifiziere die Menschen oder Situationen, die dir konstant Strom ziehen, ohne etwas zurückzugeben. Frage dich: „Für wen oder welche alte Angst halte ich diesen Akku-Verlust aufrecht?“ Wenn du die Quelle deines Helfersyndroms erkennst, kannst du die Verbindung kappen.


5. Dein Wert ist Fix (Unabhängig von Leistung)

Programmiere deinen inneren Leitsatz neu. Dein Wert ist nicht verhandelbar – er hängt nicht von deiner Ladung ab:

"Mein Akku darf leer sein, und ich bin trotzdem wertvoll."
"Ich darf meine Ruhezeit verteidigen, ohne mich schuldig zu fühlen."

Der Restart: Voller Akku, wahre Verbindung

Wenn du den Retterinnen-Modus abschaltest und das People Pleasing einschränkst, wirst du klarer, stabiler und innerlich ruhiger. Du schaffst Raum für Beziehungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen.


Dein neues Mantra: Kümmere dich nicht darum, ob die Akkus der anderen geladen sind. Kümmere dich darum, dass dein eigener Akku immer im grünen Bereich ist... damit du aus voller Kraft handeln kannst, wenn es wirklich nötig ist.



 
 
 

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