Jammern, Klagen und Schimpfen im Büro. Was kannst du als Führungskraft tun?
- Eva
- 15. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Hast du das Gefühl, du führst kein Team mehr, sondern eine Selbsthilfegruppe für Dauer-Frustrierte? Sobald du den Raum verlässt, beginnt das Getuschel. In Meetings herrscht lähmender Zynismus, und jede neue Aufgabe wird mit einem kollektiven Augenrollen quittiert.
Vielleicht denkst du: „Die sollen sich mal nicht so anstellen“ oder „Ich kann ja auch nichts für die Umstände.“ Aber Vorsicht: Wenn dein Team im Jammer-Modus feststeckt, ist das kein schlechter Charakterzug deiner Leute. Es ist ein massives Symptom für systemisches Versagen & ein Warnsignal für deine Führungskultur.
Warum dein Team kollektiv in den Frust-Modus kippt
Niemand kommt morgens zur Arbeit und denkt: „Heute will ich mal so richtig destruktiv sein.“ Wenn Lästern zum Volkssport wird, ist das oft eine Form der inneren Kündigung auf Gruppenebene.
Das sind die wahren Ursachen für Team-Demotivation:
Psychologische Unsicherheit: Deine Leute trauen sich nicht, Fehler oder echte Kritik offen anzusprechen. Also wird sie kanalisiert: nach unten, zur Seite oder hinter deinem Rücken.
Erlebte Hilflosigkeit: Wenn gute Ideen seit Monaten in der Bürokratie versinken, bleibt nur noch der Zynismus als Schutzschild.
Informationsvakuum: Wo du nicht klar kommunizierst, wachsen Gerüchte. Lästern ist der verzweifelte Versuch deiner Mitarbeiter, sich im Unklaren wieder Macht zurückzuholen.
Die Vorbild-Falle: Hand aufs Herz: jammerst du manchmal selbst über „die da oben“? Wenn du mitmachst, gibst du die offizielle Erlaubnis zur toxischen Abwärtsspirale.
Warum dich dieser Zustand dein Bestes kostet
Dauer-Lästern ist kein harmloses Dampfablassen. Es ist ein Energieräuber im Job, der deine Performance frisst. Ein Team im Jammer-Modus verliert massiv an Innovationskraft. Deine "High-Performer" werden sich das nicht lange ansehen und verlassen als erstes die Abteilung. Zurück bleiben die, die sich im gemeinsamen Elend eingerichtet haben.
Was du als Führungskraft jetzt tun kannst (und musst)
Du kannst die Welt nicht retten, aber du kannst dein System „hacken“.
1. Benenne den „Elefanten im Raum“
Hör auf, die schlechte Stimmung wegzulächeln. Sprich es direkt an: „Ich merke, dass wir uns aktuell sehr an den Problemen aufreiben. Was genau hindert uns gerade daran, lösungsorientiert zu arbeiten?“ Schaffe einen geschützten Raum für ehrliche (auch bittere) Rückmeldungen.
2. Etabliere psychologische Sicherheit
Sorge dafür, dass Bedenken geäußert werden können, ohne dass jemand Angst um seinen Status haben muss. Wenn Kritik konstruktiv platziert werden kann, stirbt das destruktive Lästern in der Kaffeeküche von allein aus.
3. Schaffe echte Transparenz
Lästern gedeiht im Dunkeln. Kommuniziere Entscheidungen so klar und früh wie möglich. Wenn deine Leute das „Warum“ verstehen, sinkt der Drang, das „Was“ zu sabotieren.
Echte Führungskultur
Wenn die Fronten bereits verhärtet sind, reicht ein interner Workshop oft nicht mehr aus. Dann brauchst du einen Blick von außen, um die blinden Flecken deiner Teamdynamik aufzudecken.
In meinem Führungskräfte-Coaching unterstütze ich dich dabei:
Kulturanalyse: Wir finden heraus, ob der Frust in der Struktur oder in der Dynamik liegt.
Souveränität gewinnen: Wie du moderierst, statt dich vom Sog der Unzufriedenheit mitziehen zu lassen.
Transformation: Wie du ein Umfeld schaffst, in dem Verantwortung wieder attraktiver ist als Jammern.
Ein Team, das gemeinsam lacht, liefert Ergebnisse. Ein Team, das gemeinsam lästert, liefert Ausreden. Welches Team willst du morgen führen?
Ich bin Arbeitspsychologin und erlebe immer mehr Unternehmen die mit ihren Prozessen und Strukturen aus der Zeit gefallen sind. Brauchst du oder deine Organisation fundierte und ehrliche Unterstützung?



Kommentare