Entscheidungscoaching für Mütter: Warum du nicht entscheidungsunfähig bist, sondern emotional belagert
- Eva
- vor 7 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
„Ich muss mich endlich entscheiden, aber ich kann einfach nicht.“
Diesen Satz höre ich im Coaching regelmäßig. Er wird oft mit gesenktem Kopf ausgesprochen, begleitet von einer tiefen Scham. Objektiv betrachtet geht es oft „nur“ um 10 Stunden weniger Arbeit oder die Frage, ob das Kind zwei Nachmittage länger in die Betreuung geht.
Subjektiv fühlt es sich jedoch an, als stünde man am Abgrund einer existenziellen Katastrophe.
Lass uns ehrlich sein: Das Problem ist nicht deine fehlende Entschlusskraft. Das Problem ist die pathologische Überverantwortung, die wir Müttern als „Mutterliebe“ verkaufen.
Das Schlachtfeld der „richtigen“ Wahl
Im Entscheidungscoaching begegnen mir immer wieder dieselben Themen, die wie bleierne Gewichte an den Füßen hängen:
Job-Dilemma: Reduzieren und „Karriere opfern“ oder durchhalten bis zum Burnout?
Beziehung: Trennung wagen oder die eigene Lebendigkeit begraben, um den Kindern „das Heim zu erhalten“?
Selbstfürsorge: Darf ich Yoga machen, wenn die Wäscheberge mich vorwurfsvoll anstarren?
Das Muster dahinter ist so alt wie das Patriarchat: Du erlebst dich als den alleinigen Kleber, der das gesamte Familiensystem zusammenhält. Wenn du dich bewegst, so die unbewusste Angst, bricht alles zusammen.
Überverantwortung ist keine Fürsorge, Überverantwortung ist Selbstsabotage
Wir müssen aufhören, Überverantwortung zu romantisieren. Sie ist nicht edel. Sie ist eine dauerhafte Hochspannung in dir selber. Deine inneren Antreiber flüstern (oder schreien):
„Wenn ich die falsche Wahl treffe, traumatisiere ich mein Kind.“
„Sich für mich zu entscheiden, ist purer Egoismus.“
„Ich muss das eben aushalten, wie die anderen auch.“
Nur: Wer hat dir eigentlich beigebracht, dass dein Wohlbefinden die kleinste Währung in deiner Familie ist? Jede Entscheidung wird so zum moralischen Hochseilakt ohne Netz. Kein Wunder, dass du starr vor Angst bist.
Die Blockade ist kein Denkfehler. Sie ist ein Schutzschild
Wenn du nächtelang grübelst, aufschiebst oder dich innerlich leer fühlst, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein innerlicher Notaus-Schalter.
Hinter der Entscheidungsunfähigkeit verbergen sich oft:
Tiefe Loyalitätskonflikte (darf ich glücklicher sein als meine eigene Mutter?).
Die nackte Angst vor Ablehnung, wenn du aufhörst, die Erwartungen anderer zu füttern.
Ein Perfektionismus, der versucht, Schmerz durch totale Kontrolle zu vermeiden.
Deine Blockade ist kein logisches Problem. Es ist ein emotionaler Sicherheitsmechanismus.
Warum „Gönnen“ hier das falsche Wort ist (und Coaching eine Notwendigkeit)
Viele Mütter sagen: „Vielleicht gönne ich mir irgendwann mal ein Coaching.“ Ganz ehrlich? Hör auf, dir Hilfe „zu gönnen“. Du gönnst dir eine Massage oder ein teures Parfüm. Professionelles Entscheidungscoaching ist kein Luxusgut, sondern eine Investition in die Statik deines Lebens.
Coaching bedeutet hier nicht, dass ich dir sage, was du tun sollst. Das wäre nur eine weitere Person, die Erwartungen an dich stellt. Es bedeutet:
Emotionale Entmüllung: Was davon ist dein Wille, und was ist das Echo deiner Erziehung?
Radikale Klärung: Wo endet deine Verantwortung und wo beginnt die Autonomie der anderen?
Selbstwert-Stabilisierung: Damit du eine Entscheidung triffst, die auf Wachstum basiert, nicht auf Angstvermeidung.
Ein Beispiel: Die 30-Stunden-Lüge
Eine Mutter kam zu mir, weil sie nicht wusste, ob sie ihre Arbeitszeit reduzieren sollte. Sie rechnete hin und her: Finanzen, Rentenlücke, Teamkollegen. Nach zwei Sitzungen war klar: Das Geld war nicht das Problem. Der wahre Kern war der Satz: „Ich darf mir kein leichteres Leben erlauben, solange mein Umfeld noch kämpft.“
Ihre eigentliche Entscheidung war nicht die Stundenanzahl. Es war die Erlaubnis, sich selbst wichtig zu nehmen. Erst als diese Last abfiel, war die Antwort auf die Job-Frage innerhalb von fünf Minuten klar.
Du brauchst keine Lösung, du brauchst Freiheit
Nachhaltige Entscheidungen entstehen nicht durch noch mehr Nachdenken. Sie entstehen aus Sicherheit und der Erkenntnis, dass du nicht die Last der ganzen Welt auf deinen Schultern tragen musst.
Gute Entscheidungen fühlen sich nicht wie ein Kompromiss an, sondern wie ein tiefes Ausatmen.
Mein Angebot an dich: Hör auf zu warten, bis der Druck unerträglich wird. Du musst dieses Labyrinth nicht alleine verlassen. Manchmal ist die wichtigste Entscheidung nicht das „Was“, sondern das „Mit wem“.
Ich bin Psychologin und helfe vor allem Frauen aus inneren Blockaden.



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