Burnout Kultur: Wenn jemand nur noch funktioniert: Was du als Führungskraft tun kannst
- Eva
- 12. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Deine Mitarbeitenden arbeiten verlässlich, sie übernehmen Verantwortung, die Produktivität scheint hoch. Aber Hand aufs Herz: Ist das Funkeln in ihren Augen verschwunden? Wirken sie innerlich leer?
Viele Führungskräfte sehen diese leise Erschöpfung bei ihren Teammitgliedern nicht, denn nach außen zeigen diese Menschen die Fassade der perfekten Funktionstüchtigkeit. Wer nur noch funktioniert, ist bereits auf dem besten Weg in die mentale Erschöpfung.
Wie kannst du als Führungskraft diese stillen Signale deuten? Und vor allem: Was kannst du konkret tun, um die gefährliche Burnout-Kultur in deinem Team zu stoppen, bevor es zu spät ist?
Wenn Leistung zur Tarnung wird: Die stille Erschöpfung erkennen
Viele Mitarbeitende, die innerlich erschöpft sind, zeigen nach außen kaum Anzeichen. Sie sind deine Top-Performer. Sie halten Routinen aufrecht. Aber die Freude an der Aufgabe ist verflogen. Dahinter liegt oft eine tiefe Erschöpfung, die unbemerkt bleibt, weil sie so "funktional" aussieht.
Ein Beispiel: Maria Maria liefert ihre Reports immer pünktlich. Sie übernimmt alle zusätzlichen Aufgaben, lächelt im Meeting und sagt nie Nein. Doch wenn du genau hinsiehst, bemerkst du: Ihr Lachen ist nicht mehr echt, ihre Ideen sind nur noch Wiederholungen alter Konzepte, und sie vermeidet jeden informellen Austausch in der Kaffeeküche. Sie hat ihre Perfektion zur Schutzmauer gemacht.
Eine Burnout-Kultur entsteht genau dann: Wenn du Dauerfunktionieren mit Stärke verwechselst und Pausen in deinem Team als Schwäche gelten. Diese Kultur belohnt die Tarnung der Erschöpfung und macht es unmöglich, offen über ihre Belastung zu sprechen.
Beobachten und Wahrnehmen statt Bewerten und Interpretieren
Deine Führung beginnt mit Beobachtung. Wenn jemand nur noch funktioniert, lohnt es sich, ganz genau hinzusehen. Versuche dabei, nicht zu interpretieren oder sofort Lösungen anzubieten.
Achte auf diese subtilen Signale bei deinen Mitarbeitenden:
Emotionale Distanz: Dein Gegenüber wirkt unbeteiligt oder zeigt Zynismus.
Fehlende Kreativität: Es werden nur Routinen abgespult, keine neuen Ideen eingebracht.
Perfektionismus als Schutzschild: Jede kleinste Aufgabe wird übermäßig kontrolliert.
Rückzug ins Aufgabenorientierte: Persönlicher Kontakt wird auf das Nötigste reduziert.
Das anschließende Gespräch sollte nicht auf Leistung zielen, sondern auf das Erleben deines Teammitglieds. Beginne nicht mit einer Kritik, sondern mit einer echten Frage, die Raum schafft:
„Wie geht es dir mit der aktuellen Situation?“ oder „Wenn du auf die letzten Wochen zurückblickst: Was hat dir in der Arbeit wirklich Freude gemacht und dich erfüllt? Und was eher Energie gekostet?“
Dein echtes Interesse öffnet oft den ersten Spalt, durch den wieder Kontakt entsteht.
Verantwortung für die Beziehung, nicht für die Rettung
Du als Führungskraft kannst Burnout nicht heilen. Das ist die Aufgabe von Expertinnen und Experten. Aber du prägst den Kontext, in dem Erschöpfung entsteht oder sich verstärkt.
Deine primäre Verantwortung ist es, eine Kultur zu schaffen, in der Grenzen erlaubt sind.
Dazu gehört, dass du selbst mit gutem Beispiel vorangehst:
Nimm Pausen: Zeige, dass Pausen erlaubt sind, indem du selbst bewusst deine Mittagspause machst oder Feierabend hast.
Setze Prioritäten: Sprich offen darüber, welche Aufgaben du nicht erledigst, um andere zu schützen.
Thematisiere Belastung: Sprich offen über Belastungsspitzen als Normalität und nicht als Versagen.
So wird sichtbar, dass Gesundheit ein realer Wert in deinem Team ist, und nicht nur ein Satz in der Unternehmensbroschüre.
Weg von der Burnout-Kultur, hin zu Resonanz und Sinn
Wo deine Mitarbeitenden sich gesehen und ernst genommen fühlen, wächst Vertrauen. Gesunde Leistung entsteht nicht durch Daueranspannung und Druck, sondern durch Verbindung und Sinn.
Eine Führungskraft, die zuhört und wahrnimmt, wirkt präventiv; lange bevor jemand innerlich kündigt oder wegen eines Burnouts ausfällt. Du verschiebst den Fokus vom reinen Funktionieren hin zum erfüllten Wirken.
Sind deine Teammitglieder nur noch im Funktionsmodus?
Der erste Schritt zur Veränderung ist die Reflexion.
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