Biotop für Narzissten: So verhindern Unternehmen die Anziehung narzisstischer Chefs
- Eva
- 1. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Manche Unternehmen wirken wie Magneten auf destruktive Führungskräfte. Es ist kein Zufall, wer bei Ihnen Karriere macht. Wenn Ihre Unternehmenskultur Lücken lässt, ziehen Narzissten dort ein, übernehmen das Ruder und hinterlassen verbrannte Erde.
Das Biotop der Selbstdarsteller
Narzisstische Führungskräfte sind keine Naturgewalt ... sie sind eher sowas wie das Ergebnis eines Systems, das sie gewähren lässt. Als Arbeitspsychologin beobachte ich immer wieder: Bestimmte Strukturen wirken wie ein Dünger für toxische Dynamiken. Wer nur auf die Quartalszahlen schaut, übersieht oft, dass der „High Performer“ an der Spitze gerade das Teamklima und die langfristige Innovationskraft Ihres Unternehmens rücksichtslos schreddert.
Wohlfühlfaktoren für destruktive Führung
„Ergebnis-um-jeden-Preis“-Mentalität
Narzissten lieben Kennzahlen, weil man sich hinter ihnen verstecken kann. Solange die Performance stimmt, stellt niemand unangenehme Fragen nach dem „Wie“.
Die Falle: Unternehmen verwechseln rücksichtslose Durchsetzungskraft mit Führungskompetenz.
Die Folge: Menschliche Kollateralschäden (Burnout, Kündigungen) werden als „notwendige Härte“ abgetan.
Intransparente Macht-Strukturen und „Old Boys Networks“
Wo Entscheidungen in Hinterzimmern fallen und Verantwortlichkeiten schwammig sind, blüht die Manipulation.
Das Biotop: Starre Hierarchien ohne echte Kontrollinstanzen.
Die Folge: Informelle Machtzentren entstehen, in denen Kritik als Illoyalität gebrandmarkt wird.
Konfliktscheue Kultur
In Unternehmen, in denen „man nicht streitet“ und alles weggelächelt wird, haben Narzissten leichtes Spiel.
Das Problem: Wenn HR oder das Management Angst vor Konfrontation haben, wird destruktives Verhalten durch Schweigen legitimiert.
Die Folge: Die „Guten“ gehen, die „Angepassten“ bleiben und der Narzisst triumphiert.
Charisma-Blindheit im Recruiting
Wir fallen immer noch auf das „Big Ego“ herein. Wer im Interview blendet und den Raum einnimmt, wird oft eingestellt, ohne die psychosoziale Kompetenz zu prüfen.
Der Fehler: Fokus auf Fachwissen und Selbstmarketing statt auf Teamfähigkeit und Reflexionsvermögen.
Exterminieren Sie den Nährboden
Radikale Transparenz & Feedback-Systeme
Etablieren Sie 360-Grad-Feedbacks, die wirklich anonym und konsequent sind. Wenn eine Führungskraft fachlich glänzt, aber menschlich das Team zerstört, muss das Konsequenzen haben.
HR als strategisches Korrektiv stärken
Hören Sie auf, HR als reine Personalverwaltung zu sehen. HR muss psychologisch geschult sein, um subtile Manipulation zu erkennen und das Mandat haben, auch dem „Top-Umsatzbringer“ die gelbe Karte zu zeigen.
Psychologisches Profiling im Recruiting
Schauen Sie hinter die Fassade. Nutzen Sie im Auswahlprozess psychologisch fundierte Verfahren, die Integrität und Empathie messen. Fragen Sie gezielt nach dem Umgang mit Scheitern und Kritik.
Null-Toleranz bei Machtmissbrauch
Werte müssen gelebt werden, nicht nur an der Wand hängen. Wer manipuliert, abwertet oder Informationen zurückhält, darf nicht befördert werden – egal wie gut die Zahlen sind.
Werden Sie vom Jagdrevier zum Sperrgebiet
Narzisstische Chefs suchen sich den Weg des geringsten Widerstands. Ein Unternehmen mit klaren Werten, starken HR-Strukturen und einer gesunden Konfliktkultur ist für sie ein denkbar schlechter Arbeitsplatz.
Prävention ist kein „Nice-to-have“, sondern der beste Schutz für Ihr wertvollstes Kapital: Ihre Mitarbeitenden.
Als Expertin für belastende Führungsdynamiken helfe ich Ihnen, die blinden Flecken in Ihrer Organisation zu finden, bevor die ersten Leistungsträger das Schiff verlassen.